Geschichten des Glücks
Machen Lachclubs glücklich?
Madan Kataria, der Erfinder des Lach-Yoga, zitiert gern den frühen Verhaltenspsychologen William James mit dem Satz: "Wir lachen nicht, weil wir glücklich sin - wir sind glücklich, weil wir lachen." 1995 gründete der indische Arzt einen ersten Lachclub. Seither hat sich die Botschaft weltweit verbreitet, viele Hundert Humorclubs organisieren Workshops und Seminare, mehr als 50 von ihnen gibt es allein in Deutschland. Bei dieser Variante des Yoga sollen spezielle Dehn- und Atemübungen dabei helften, zunächst etwas gezwungen zu lachen. Daraus entwickelt sich dann - unterstützt durch Blickkontakt und Gruppendynamik - im besten Fall ein echtes Lachen. Man könne sich, sagt Kataria, glücklich und sogar gesund lachen, ganz nach Bedarf. Der Inder bezieht sich auf Forschungen des amerikanischen Mimikexperten Paul Ekman. Der kam Anfang der 1990er Jahre zu dem Schluss, dass allein das Breitziehen der Mundwinkel genügt, um positive Gefühle zu wecken.
Quelle: GEO Wissen Nr. 47 Glück
Glückskonzepte der Chinesen
Die ersten überlieferten Glückskonzepte entwickeltn sich um 500 n. Chr. in China aus den Lehren des Denkers Konfuzius. Aus seiner Sicht kann ein Mensch nur dann als glücklich gelten, wenn er sich um andere kümmert, sich gesellschaftlich engagiert, sich Wissen aneignet und tugendhaft lebt. Ein Zuviel an persönlichem Glück könne gute soziale Beziehungen sogar beeinträchtigen. Im fast zeitgleich erdachten Daoismus spielt der Einzelne eine größere Rolle. Glück entsteht nur dann, wenn man darauf verzichtet, das Schicksal zu lenken. Man könne es sich nicht erarbeiten, es komme einfach auf einen zu, wenn man den Dingen ihren Lauf lässt, in Harmonie mit sich selbst, der Natur und dem Universum lebt, sich frei von Ruhm und Selbstsucht macht. Man solle sich vor allem um den eigenen Körper kümmern und eine gesunde Lebensweise kultivieren, anstatt nur mehr und mehr Wissen anzuhäufen oder ein ausschweifendes Sozialleben zu führen.
Quelle: GEO Wissen Nr. 47 Glück
Macht Pessimismus glücklich?
Hans Zippert, Ex-Chefredakteur der Zeitschrift "Titanic" war sein ganzes Leben lang Pessimist. "Ich rechne grundsätzlich immer mit dem Schlimmsten. Auf einer Reise durch Tansania stand ich Höllenängste aus, weil ich gelesen hatte, dass dort jede vierte Mücke mit dem Malariaerreger infiziert sei. Bei der ersten Übernachtung wurde ich dreimal gestochen und war überzeugt davon, dass die nächste Mücke mir Malaria bringen würde. Ich blieb gesund..., nur ganz zum Schluss wurde mir am Flughafen das Teleobjektiv geklaut, weil ich vergessen hatte, mir das auszumalen. Bei jedem Arztbesucht rechne ich mit Krebs, bei jedem Brief vom Finanzamt mit einer Steuerprüfung. Im Kino weiß ich, dass die Hälfte des Bildes vom Quadratschädel meines Vordermannes und die Hälfte der Dialoge vom Gequietsche seiner Freundin überdeckt werden. Tatsächlich ist mein Leben erstaunlich katastrophenfrei verlaufen. Ich erfahre also eine nicht enden wollende Kette positiver Überraschungen und unerwarteter Glücksmomente - und das nur, weil ich grundsätzlich negativ denke."
Quelle: GEO Wissen Nr. 74 Glück
Positive Psychologie: Jeder kann sein Glück zum Großteil selbst bestimmen
Nur wenige Forschungszweige sind in den vergangenen Jahren so rasant gewachsen wie die Positive Psychologie. Ihren Ursprung hat sie in den USA. Dort rief 1998 der Psychologe Martin Seligman seine Zunft auf, sich den Stärken des Menschen zu widmen. Um die Ursachen dieser Stärken zu finden, stellte er die Frage: Wo liegen die Quellen des Glücks? Z.B. in Widerstandsfähigkeit gegen Unglück. Widerstandsfähige können ihre Emotionen besonders schnell verändern und umdeuten. Unangenehme Gefühle dauern bei ihnen nur kurz an, angenehme vermögen sie zu verstärken. Voraussetzung für diese Fähigkeit sei die bewusste Wahrnehmung der eigenen Gefühle. Darüber hinaus gibt es drei weitere Glücksquellen:
1. Hedonismus: Wer sich selbst Genuss bereitet - z.B. in Form einer Reise - schafft die Voraussetzung für viele Glückserlebnisse.
2. Sinnerfülltes Leben: Wer im Alltag tieferen Lebenssinn entdeckt - z.B. als ehrenamtlicher Helfer - empfindet Glück.
3. Aktives Leben: Wer die eigenen Fährigkeiten und Interessen auslebt, erreicht ein stabiles Wohlgefühl.
Quelle: GEO Wissen Nr. 47 Glück
Macht Arbeit glücklich?
Prof. Bruno Frey aus Zürich ist der bekannteste Glücksforscher im deutschsprachigen Raum. Seine Umfragen mit tausenden von Testpersonen bringen zum Teil überraschende Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass nicht Freizeit, sondern Arbeit glücklich macht. Dabei ist es egal, wie viel Geld man verdient. Alle Studien zeigen, dass Menschen mit Arbeit in jedem Fall glücklicher sind als Arbeitslose.
Nach Ansicht von Frey liegt das daran, dass Arbeit sinnstiftend wirkt und dem Leben eine Struktur gibt. "Die Arbeit ist sehr wichtig für unser Glück, in allen Gesellschaften, also nicht nur bei uns. Überall ist Arbeit ein zentraler Bestandteil des Lebens", sagt Frey.
Quelle: wdr.de/tv/quarks
Wo bitte geht's zum Glück?
Warum dem Glück immer nachjagen? Warum immer glauben, das Glück wäre außerhalb des eigenen Ichs zu finden? Warum nicht einfach eine Kerze anzünden, sich im Schneidersitz vor sie hinsetzen, sie anstarren und warten, was geschieht? Und es geschieht tatsächlich etwas: Wenn alle Sorgen abfallen, alle Gedanken wie im Nichts verschwinden, kommt etwas zum Vorschein - eine ungeheure, beglückende Kraft, eine Kraft des Geistes, die selbst die Kraft eines muskelbepackten Körpers zu übersteigen scheint.
Und wenn das Glück außerhalb des eigenen Ichs liegt, warum ihm immer nachjagen? Warum nicht einfach unter einem Baum liegen, den Wind und die bewegten Blätter wahrnehmen, die Wolken, die langsam und majestätisch vorbeiziehen... und plötzlich verstehen: Nichts ist wichtig - und doch ist vieles wunderbar.
Quelle: Martin Engler
3 Ursachen fürs Glück
Viele Glückserlebnisse haben drei Ursachen: 1. interessante Aktivitäten; 2. eine feste Partnerschaft; 3. Sport. Das belegen 30 Studien mit 11.000 untersuchten Menschen.
Interessante Aktivitäten wie Malen, Musizieren oder originelle Lösungen austüfteln, können das menschliche Gehirn in einen Zustand bringen, den der amerikanische Glücksforschungs-Pionier Mihaly Csikszentmihalyi als "Flow" (Fließen) bezeichnet hat.
Auch eine feste Partnerschaft macht viele der Untersuchten glücklich. Dabei zeigen mehrere Studien: Partner mit Trauschein sind im Durchschnitt glücklicher als Partner in "wilder Ehe".
Wer ein gutes Lebensgefühl schätzt, sollte zudem regelmäßig Sport treiben. Das belohnt den Körper mit einer Extraportion Dopamin - einer ganz natürlichen "Glücksdroge".
Quelle: welt.de
Glücks-Training fürs Gehirn?
"Auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an", sagte der römische Kaiser Marc Aurel. Das stimmt auch, wenn es ums Glück geht. Wer die Welt mit positiven Augen sieht, sich häufiger das Schöne im Leben bewusst macht, ist glücklicher.
Aber auch Menschen, die eher griesgrämig durchs Leben gehen, können lernen, ihr Gehirn auf "Glück" umzuprogrammieren. Denn gute Gefühle sind kein Zufall, sonder die Antwort unseres Gehirns und Körpers auf einen Reiz.
Gezielt Situationen und Erlebnisse zu suchen, die man als schön und positiv empfindet, macht auf Dauer glücklich. Für die einen ist das Sport, für die anderen Kochen, Reisen oder das Zusammensein mit Freunden. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg glücklicher zu werden.
Quelle: planet-wissen.de
Sind frisch Verliebte glücklich?
Aber sicher! Bei ihnen sind fast die gleichen Gehirnschaltungen aktiv wie bei Drogensüchtigen. Das ventrale Tegmentum, das im obersten Teil des Hirnstammes liegt, überschwemmt Körper und Gehirn mit Glücksstoffen.
Besonders wirksam heizen Berührungen dem Glückszentrum ein: Wenn sie länger als 20 Sekunden dauern, werden der Glücksstoff Oxytocin und körpereigene Endorphine ausgeschüttet. Berühren wir einen 500-Euro-Schein genauso lange, geschieht dies nicht. Verheiratete sind übrigens im Schnitt glücklicher und gesünder als Ledige.
Und beim Sport macht Paartanzen besonders glücklich, da durch die Bewegung Endorphine und gleichzeitig durch den Körperkontakt Oxytocin ausgeschüttet werden.
Quelle: planet-wissen.de
Was uns glücklich macht
Geld macht glücklich. Aber nur, wenn man wirklich arm ist. Sobald die Grundbedürfnisse befriedigt sind, flacht die Glückskurve ab, je mehr man verdient.
Menschen, die Luxus und Reichtum für besonders wichtig halten, sind sogar eher unglücklich. Denn "Materialisten" sind seltener mit Freunden zusammen. Das macht nicht glücklich, sondern einsam.
Freunde machen glücklich und verhelfen sogar zu einem längeren und gesünderen Leben. Denn einsame Menschen stehen unter dem Stress, alleine mit allen Schwierigkeiten im Leben klarkommen zu müssen. Stresshormone wie Cortisol können die Wirkung des Immunsystems dämpfen.
Quelle: planet-wissen.de
Glück in den Genen
Manche Menschen scheinen immer gut drauf zu sein. Wurde ihnen das Glück schon in die Wiege gelegt? Jein. Der Psychologe David Lykken untersuchte das Glücksempfinden von Zwillingen. Dazu verglich er in Interviews das Wohlbefinden von eineiigen Zwillingen, die nach ihrer Geburt getrennt wurden und in verschiedenen Familien aufwuchsen, mit gemeinsam aufgewachsenen Zwillingspaaren. Ergebnis: Die Antworten beider Gruppen unterschieden sich kaum.
Daraus schloss Lykken, dass Wohlbefinden und Glück mindestens zur Hälfte von den Genen beeinflusst werden. Doch wir sind nicht die willenlosen Knechte unserer Gene. Der Neuropsychologe Richard Davidson untersuchte Babys und stellte fest: Optimistische Typen hatten einen aktiveren linken Frontalcortex als unglücklichere Naturen. Aber: Nach zehn Jahren war nicht mehr viel vom damaligen Muster der Hirnströme zu erkennen. Die Kinder wurden von ihrer Umwelt stark geprägt, sodass sich die Gehirnströme verändert hatten.
Quelle: planet-wissen.de
Die Chemie der Euphorie
Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir uns glücklich fühlen? Bereits Ende der 50er-Jahre fand James Olds, Psychologe an der Universität von Michigan, heraus, dass Ratten die elektrische Stimulation eines bestimmten Gehirnareals mögen. Die Ratten konnten diese Gehirnreaktion selbst per Knopfdruck stimulieren und drückten den Knopf immer wieder. So lange, bis sie vor Durst, Hunger und Erschöpfung beinahe gestorben wären.
Olds hatte das Lustzentrum im Gehirn entdeckt, eine Ansammlung von Neuronen im Mittelhirn. Sie werden aktiv, wenn etwas passiert, das besser ist als erwartet. Dann stoßen sie den Glücksstoff Dopamin aus. Damit es uns mit einer Überdosis Glück nicht geht wie den Ratten, muss unser Glücksempfinden auch wieder abflauen. "Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein. Aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben", so der Hirnforscher Manfred Spitzer.
Quelle: planet-wissen.de
Bruttosozialglück in Bhutan
Psychologen kehren der traditionellen Erforschung negativer Gefühle den Rücken zu und beschäftigen sich mit dem Positiven. Die wichtigste, noch relativ junge Forschungsrichtung ist die Positive Psychologie. Dort wird untersucht, wie positive Emotionen entstehen, wie diese den Charakter formen und welche Rahmenbedingungen in der Gesellschaft positive Charakterzüge unterstützen.
Auch die Politik entdeckt das Glück. So forderte David Cameron, Vorsitzender der Konservativen Partei in Großbritannien, das Bruttosozialprodukt durch einen Indikator für das allgemeine "Wohlbefinden" zu ersetzen. So weit ist das kleine asiatische Land Bhutan schon: Dort zählt nicht die Erhöhung des Bruttosozialproduktes, sondern die des Bruttosozialglücks.
Quelle: planet-wissen.de
Glücksforschung heute
Die Suche nach dem Glück hat schon große Philosophen wie Sokrates bewegt. Heute wollen Soziologen herausfinden, wo die glücklichsten Menschen leben. Der Niederländer Ruut Veeenhoven hat die weltgrößte Glücksdatenbank gegründet. Unter den Bewohnern von 97 Ländern sind demnach die Dänen am glücklichsten, es folgen die Schweizer und Isländer.
Dafür sieht Veenhoven verschiedene Gründe: Diese länder haben eine lange demokratische Tradition und geben ihren Bürgern ein hohes Maß an Mitbestimmung, sie haben eine zuverlässige Regierung und es herrscht materieller Wohlstand. Außerdem ist die Gesellschaft wenig hierarchisch gegliedert. Die sozialen Unterschiede sind gering und Männer und Frauen weitgehend gleichberechtigt.
Quelle: planet-wissen.de
Glück - Was ist das?
In jeder Kultur und zu jeder Zeit beschäftigten sich Menschen mit den Fragen, was Glück ist und wie man es erreichen kann. Früher waren das vor allem Philosophen. So sah der Chinese Lao Tse (6 Jh. v. Chr.) das wahre Glück in der Untätigkeit. Wenn der Mensch aufhöre, dem Glück oder anderen Zielen nachzujagen, dann sei er wirklich glücklich.
Für die griechischen Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles (5./4. Jh. v. Chr.) führte eine tugendhafte Lebensweise zum Glück. Glückseligkeit war in ihren Augen das Ziel, auf das alles Handeln ausgerichtet sein soll. Denn nur wer sein Leben gerecht und heilig geführt habe, gelange nach seinem Tod zu den "Inseln der Seligen", so die Überzeugung Platons.
Ganz anders dachte Epikur (4. Jh. v. Chr.). Für ihn war Glück das Erleben von Lust und die Abwesenheit von Schmerz. Diese hedonistische Denkweise ist auch heute noch verbreitet und wird oft als egozentrisch und rücksichtslos verurteilt.
Quelle: planet-wissen.de